Glückliche Langohren bei Familie Müller

Edith und Wolfgang Müller-Heiniger sind seit über 30 Jahren leidenschaftlich im Einsatz für Esel. Sie führen ein Kompetenzzentrum und eine Stiftung für Esel, in dem Mensch und Tier voneinander lernen und professionell begleitet werden. Das Zentrum ist längst schweizweit bekannt in der Esel-Szene. Die Geschäftsführerin und Stiftungsrätin der sostenuto, Nicole Münger, und die Stiftungsrätin Frederike Asael besuchten das kleine Paradisli an einem milden Herbst-Nachmittag.

Bei Edith und Wolfgang Müller dreht sich alles um Langohren. Sie bieten auf ihrem Grundstück im oberaargauischen Grasswil betreute Eselnachmittage, Kindergeburtstage, Eselwanderungen, Kutschenfahrten mit Eseln oder Pferden an. Ihre Vision und ihre Tätigkeiten gehen jedoch weit darüber hinaus, klein und gross schöne Erlebnisse mit den knuffigen, schlauen Wesen zu ermöglichen.

Aufklärung und Ausbildung

Sie wollen nichts weniger als breitflächig für Aufklärung und Ausbildung sorgen, damit möglichst viele Tiere in unserem Land artgerecht gehalten werden. «Viel zu viele Esel werden leichtsinnig angeschafft, weil sie eben herzig sind», erklärt Wolfgang Müller und ergänzt, «dass die Besitzerinnen und Besitzer dann oft schnell überfordert sind mit der doch anspruchsvollen Haltung. Nicht selten erhalten wir die Tiere in einem sehr schlechten Zustand.» Dabei ist es nicht ihr Ziel, die Esel fest aufzunehmen: «Wir möchten auf keinen Fall ein Lebenshof sein, eher ein Durchgangszentrum», erläutert Edith Müller, «wenn wir Tiere aufnehmen, dann schauen wir uns an, wo sie herkommen.» Müllers organisieren dann die richtige medizinische Behandlung. Sie sehen sofort, ob ein Tier verhaltensauffällig ist, und schulen es dann entsprechend um. Mindestens genauso wichtig ist, dass der Mensch geschult wird, und dass Esel und Mensch zusammenpassen. So prüft das Paar vor jeder Vermittlung den neuen Platz persönlich vor Ort und hat zudem einen sogenannten Esel-Führerschein entwickelt – als einziger Anbieter überhaupt. Zudem gibt es eine andere Qualitätssicherung: Sollte ein Halter zu einem späteren Zeitpunkt den Esel abgeben, muss dieser ins Eselzentrum zurückgebracht werden. Im Gespräch wird an diesem herrlichen Herbstnachmittag wird klar: die Prozesse bei der Müllerschen Stiftung sind durchdacht und so eingerichtet, dass sie das grösstmögliche Tierwohl garantieren.

Auf der Suche nach einer Nachfolge

Die Müllers sind auch besorgt um ihre Nachfolge: «Mit 70 möchten wir unser Lebenswerk übergeben können», erklärt Wolfgang Müller. Davor ist noch viel zu tun. Ein Umbau, der noch fertiggestellt werden will, eine neue kleine Liegenschaft in direkter Nähe, die zu einem Schulungszentrum umfunktioniert werden soll, die langfristige Ausbildung der in Teilzeit angestellten, angehenden Eselexpertinnen. Und das Fundraising für aktuelle und künftige Tätigkeiten, welches sich als nicht einfach erweist. Langweilig wird es den beiden zwischenzeitlich sicher nicht. Das alles läuft zeitgleich mit dem Tagesbetrieb auf dem Hof, der mit Liebe zum Detail geführt wird. «Kommt uns bald wieder besuchen!», meint Wolfgang Müller, verabschiedet sich mit einem festen Händedruck, winkt und geht in den Stall. Es ist Zeit für den Esel-Znacht.

Die stiftung sostenuto unterstützt die wertvolle Arbeit der Eselmüller-Stiftung seit einigen Jahren.

Die stiftung sostenuto will das Wohlergehen und den Schutz der Tiere garantieren und gleichzeitig die Belastung der Tierhalter in einer Notsituation lindern. Langfristig möchten wir nicht nur im Kleinen zu wirken, sondern mit Partnern Projekte nachhaltig angehen, umsetzen und allfällige Missstände lindern.

Nicole Münger und Frederike Asael zu Besuch bei der Eselmüller Stiftung

Glückliche Langohren